Bildung ist nicht billig

Wer sich qualifizieren will, muß viel Geld und Freizeit investieren

Rund 1 050 Mark gibt jeder westdeutsche und etwa 850 Mark jeder ostdeutsche Teilnehmer an einer Weiterbildungsmaßnahme im Durchschnitt jährlich aus. Dabei sind die Zuschüsse des Arbeitgebers, des Arbeitsamtes und von anderen staatlichen Stellen bereits abgezogen.

Wie das Bundesinstitut für Berufsbildung ermittelte, haben im Jahre 1992 Prlvatpersonen rund zehn Milliarden Mark aus der eigenen Tasche für Weiterbildungsmaßnahmeri bezahlt. Dabei wurden teilweise Beträge bis zu 20 000 Mark ausgegeben.

Wer sich weiterbildet, steckt nicht nur oft eigenes Geld, sondern auch Freizeit in den Qualifizierungskurs. im Westen Deutschlands hat jeder Weiterbildungsteilnehmer durchschnittlich 225 Stunden außerhalb der betrieblichen Arbeitszeit aufgewandt, Im Osten Deutschlands waren es mehr als doppelt soviele Stunden, wobei allerdings besondere Vollzeitfdrdermaßnahmen zu Buche schlugen.

Wie das 8188 weiter ermittelte, bilden sich Arbeiter ohne Ausbildung und auch Facharbeiter weitaus weniger weiter als Führungskräfte oder höhere Beamte. Wenn sich Facharbeiter allerdings für eine Qualifizierungsmaßnahme entscheiden, tragen sie mit rund 1 700 Mark etwa dreimal so hohe Kosten wie Angestellte in Führungsposltionen, die durchschnittlich etwa 560 Mark jährlich selbst bezahlen.

Nach Auffassung des 8188 achten Weiterbildungsinteressenten bei einer Entscheidung für oder gegen einen Lehrgang stark auf die Nutzen im Vergleich zu den aufgewandten Kosten. Höhere Gebühren führten sofort zu einer geringeren Nachfrage. Mehr Weiterbildung könne nur durch höhere staatliche oder betriebliche Zuschüsse erreicht werden. Auch müßten die Kurse besser werden und für den Arbeltnehmer nützlicher verwendet werden können. Dazu, so stellt das 8188 fest, hätten die Weiterbildungsträger ein stärker kundenorientiertes Angebot zu unterbreiten.