Als ein deutscher Besatzungssoldat sie fragte, was sie um diese Uhrzeit auf der Straße zu suchen hätte, erfand Miss Juliet, die zuvor gesehen hatte, dass der Soldat ein Buch las und offenbar also literatur-affin war, flugs die „Guernsey Literary & Potatoe Peel Pie Society“, zu deren Treffen man unterwegs sei.

Schade, dass solche schönen Buch- und Filmtitel dann im deutschen Kino unter den Tisch fallen. Der Film heißt schlicht „Deine Juliet“, wenn er dieser Tage in die Kinos kommen.

 

Mal schauen, wie über den Film auf Guernsey gesprochen wird. Und über die Besatzungszeit. Mein Kontaktmann schrieb, seine Eltern seien in dieser Zeit auf der Insel gewesen. Er habe viel zu erzählen, von dem, was sie berichtet haben.

Tegel um elf Uhr mit dem Wetter in Deutschland:

22 Grad am Zielort. Zehn Minuten später in Berlin losgezogen, Anschlussflug in D’dorf verschiebt sich auf 15:10 Uhr.  

 

Landeanflug auf den Düsseldorfer Flughafen:

 

Huch: Technikprobleme am Flieger. Alle Paxe zurück ins Häuschen. (Ob’s daran liegt, dass man mit Konkursmasse unterwegs ist?) Es gibt ein neues Flugzeug (also ein anderes).  Jetzt soll der Abflug um 15:55 Uhr. Ich würde sagen: Ankunft Guernsey Airport ungewiss.

Dann aber doch: Landeanflug.

Sie nennen das hier übrigens „International Arrivals“. Das ist kein Vorgriff auf den Brexit. Guernsey gehört ja tatsächlich nicht zur EU. Deswegen anstehen für die Passkontrolle. 

Vom Flughafen ist es eine Stunde zu Fuß zu meiner Herberge. Da wollte ich eigentlich wandern. Doch dann kam meine Kontaktperson im Cabrio.  

In meinem Gästehaus wird die Umgebungskarte vom Portier ungefähr so erklärt: „Als Deutscher solltest du aufpassen, wenn du die Straße überquerst. Erst rechts, dann links gucken. Sollte doch was passieren, ist hier ein Chirurg, hier die Zentrale des ‚Ambulance Service‘. Sollte es schlimmer sein, ist hier die Methodistische Kirche. Und hier unten ist der Friedhof.“  Ganz am Anfang hat er gezeigt, wo der nächste Pub ist.

Der 9. Mai wird übrigens auf den Kanalinseln groß gefeiert – der Tag der Befreiung von der deutschen Besatzung. Das örtliche Bier heißt sogar so.