Das FBI ist durch Zufall einem massiven Betrugssystem auf die Schliche gekommen, mit dem Schauspieler und andere Berühmtheiten ihren Kindern die Zulassung zu einen prestigeträchtiges Hochschulstudium ermöglichten. Nach monatelangen verdeckten Ermittlungen wurden jetzt 50 Personen angeklagt.

„Wir reden nicht davon, dass sie Geld für ein Hochschulgebäude gegeben haben, damit die Hochschule eher ihren Sohn oder ihre Tochter annimmt. Wir reden von Täuschung und Betrug“, sagte ein Ermittler. Es ging offenbar um Zahlungen zwischen 200 000 und sechseinhalb Millionen Dollar.  Angeklagt sind unter anderem die Schauspielerinnen Felicity Huffman und Lori Loughlin sowie Fussball-, Volleyball, Tennis-, Leichtathletik- und andere Sporttrainer. Zu den Eltern, die ihren Kinder durch Bestechung eine Collegeausbildung sichern wollten, gehören Immobilien- und Versicherungsmakler, Juweliere, ein Besitzer eines Weingutes sowie weitere Unternehmer aus verschiedenen Branchen. Das FBI veröffentlichte eine 50 Personen umfassende Liste der Angeklagten. Viele von ihnen wohnen im US-Bundesstaat Kalifornien. 

Die superreichen Eltern hätten sowie schon alles gehabt, um ihren Kindern eine gute Bildung zu ermöglichen und hätten dennoch kriminelle Wege genommen, so ein Ermittler bei einer Pressekonferenz.

Im Zentrum der Ermittlungen steht offenbar der Unternehmer Wilhelm Rick Singer, der laut Medienberichten bereits den Betrug zugegeben hat und der für die Betrügereien seine Firma The Key benutzt hat, die, nach außen hin legal, Hilfe bei Zulassungen an Hochschulen anbot.  Singer ist der Hauptangeklagte in dem Verfahren.

Betroffen sind unter anderem die Yale University, die University of California at Los Angeles (UCLA), die University of  Southern California (USC), die Stanford University und die Georgetown University.

Unter anderem wurden offenbar Strohmänner zu Einstufungstests geschickt und für spezielle Sportprogramme auch unsportliche Bewerber akzeptiert, die dann durch angebliche Verletzungen ausfielen.

Für jeden auf diese Weise unehrlich an einen der begehrten Studienplätze gelangten Studenten hätten andere, geeignetere Bewerber zurückstecken müssen, sagten die Ermittler. Die Hochschulen stecken nun in dem Dilemma, betroffene Studenten, die möglicherweise durchaus jetzt auch im Studium mithalten, von der Hochschule zu verweisen und auf jahrealte Warteliste zurückzugreifen, um damals abgelehnte Bewerber doch noch zuzulassen. Der Imageverlust für die Elite-Hochschulen ist enorm, wo sie doch ansonsten ihre hohe akademischen Standards betonen, dafür entsprechend hohe Studiengebühren verlangen und ein Abschluss oft gleichbedeutend mit einer aussichtsreichen beruflichen Laufbahn und hohen Gehältern ist.

Kommentatoren in US-Medien bezeichneten die aktuellen Fälle als den größten Betrug im Hochschulwesen, den es in den USA je gegeben habe.

Wer in den USA studieren will, muss neben guten Noten in der High School auch noch spezielle Tests bestehen und zum Teil je nach Hochschule hohe bis sehr hohe Studiengebühren bezahlen. Für talentierte Bewerber, ob im Sport oder in den akademischen Fächern, gibt es allerdings auch zahlreiche Förderungen und Stipendien.