crashZINE podcast · Corona-Podcast fürs Dreiländereck vom 22. Dezember

Informationen über die Covid 19-Entwicklung in den Kreisen Siegen-Wittgenstein, Olpe und Altenkirchen, dem Lahn-Dill-Kreis und dem Westerwaldkreis. Und auch ein wenig darüber hinaus. Der Corona-Podcast fürs Dreiländereck, die Ausgabe vom 22. Dezember.

In der heutigen Ausgabe berichte ich wieder über aktuelle Entwicklungen zu den Infektionszahlen und der Situation in den Krankenhäusern, zudem erläutere ich, wie Patienten im großen Stil bei Bedarf über die Grenzen der Bundesländer oder auch bundesweit verlegt werden. Das ist möglichweise in einer Region mit drei Bundesländern besonders wichtig. Intensivmediziner haben dazu das so genannte Kleeblatt-Konzept aufgebaut. Jan-Thorsten Gräsener von der Deutschen Vereinigung für Intensivmedin und Notfallmedizin hat sich heute dazu geäußert. Wie es zu Weihnachten und auch der Zeit danach mit der Intensivmedizinisschen Behandlung aussieht, dazu auch Christian Karagiannidis von den Kliniken Köln.

Doch zunnächst zu den Infektionszahlen Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in der Region hat weiterhin der Kreis Olpe, zwar ist sie leict gesunken, aber sie liegt immer noch bei 218,7 Neuinfektionen bezogen auf 100 000 Einwohner. Im Kreis Altenkirchen liegt der Wert jetzt bei unter 100. Im Westerwaldkreis ist er dagegen von 119,8 auf 157.5 gestiegen und liegt jetzt ähnlich hoch wie imKreis Siegen-Wittgenstein, wo die Sieben-Tage-Inzidenz leicht gesunken bei 152,7 liegt. Hohe Werte weisen weiterhin auch die hessischen Kreise auf: Der Lahn-Dill-Kreis von 169,4 gestiegen auf 182,2 und, ein wenig weiter geschaut, der Kreis Limburg-Weilburg mit jetzt 374,6, getiegen von 307,7. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist wichtig, weil sie auf mindest 50 auf hochgerechnet 100 000 Personen gedrückt werden soll, um die Infektionsketten nachvollziehen und unterbrechen zu können, und weil ab 200 strengere Regeln gelten, zum Beispiel härtere Ausgangssperren. Drei Patienten im Kreis Siegen-Wittgenstein sind in den vergangenen 24 Stunden an oder mit Covid 19 gestorben, im Kreis Olpe zwei und im Westerwaldkreis einer. Damit erhöht sich die Zahl der Corona-Toten in der Region auf 247. Rund 12 000 Menschen wurden in der Region als „genesen“ entlassen, wobei „genesen“ aber nicht unbedingt geheilt bedeutet – es können Langzeit- und Folgeschäden entstehen, die sich in diesen Zahlen nicht spiegeln. Weitere Informationen gibt es im Internet auf den Seiten des Robert-Koch-Institutes und denen der Gesundheitsämter der Landkreise und auch bei den Landesregierungen. Im besonders stark betroffenen Kreis Limburg-Weilburg soll jetzt eine Pflege Taskforce gebildet werden. Dazu sucht die Kreisverwaltung Freiwillige, die im Notfall besonders massiv betroffenen Pflegeeinrichtungen und Seniorenheime unterstützen sollen. Interessenten können sich an das Personalamt der Kreisverwaltung Limburg-Weilburg wenden: E-Mail: freiwilligendienst(at)limburg-weilburg.de

Was passiert eigentlich, wenn Krankenhäuser nicht mehr genügend Intensivbehandlungsplätze zur Verfügung haben? Unter anderem darüber informierte heute die DIVI, die Deutschen Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, in einer Onlinepressekonferenz informiert. Grundsätzlich ist es so, dass Deutschland in Gebiete aufgeteilt ist, die wie Kleeblätter aussehen. In jeder dieser Kleeblatt-Regionen werden Kliniken und Rettungsdienste von so genannten SPOC koordiniert, einer Stelle mit festen Ansprechpartnern für ihre Kleeblätter. Diese Mitarbeiter in diesen „Single points of contact“ sollen Kliniken, die an ihre Belastungsgrenzen kommen, beraten und koordinieren, wie Patienten in andere Krankenhäuser verlegt werden. Und sie koordinieren, wenn Kliniken über freie Betten verfügen, um Patienten aufzunehmen. Jan-Thorsten Gräsener, Direktor des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin der Universität Kiel, hat dieses Konzept entwickelt und erklärt, wie es funktioniert: O-Ton Gräsener Im Dreilaendereck stoßen zwei dieser Kleeblatter aufeinander, nämlich die Regionen Südwest mit unter anderem Hessen udn Rheinland-Pfalz und West mit Nordhrein-Westfalen. Doch nicht jedesmal, wenn über die Landesgrenze hinweg Patienten verlegt werden, werden die Koordinatoren dieser Kleeblatter eingeschaltet. Noch einmal Jan-Thorsten Gräsener, Direktor des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin der Universität Kiel.

O-Ton Gräsener

Großangelegte Verlegungen werden zunehmen, davon gehen die Intensivmediziner aus. Weil nämlich auch die Zahl der Intensivpatienten zunehmen wird. Dennoch ist zum Beispiel Christian Karagiannidis vom Beatmungszentrum der Kliniken Köln zuversichtlich, wenn auch mit Einschränkungen.

O-Ton Karagiannidis