Uwe Döhler ist bei der Stiftung Warentest für Finanzdienstleistungen zuständig. Er erläutert, warum trotz eines EU-weiten Einlagensicherungssytems Geld auf den Konten in den einzelnen Länder unterschiedlich sicher ist.  (podcast-Länge etwa 3:30 Minuten)

 

 

 

Audio-Transkription:

Rein rechtlich gibt es europaweit eine einheitliche Regelung, durch eine EU-Richtlinie bis zu 100 000 Euro pro Person und Bank sind in jedem EU-Land Einlagen gesichert.

Der Haken liegt im Augenblick noch darin, dass es keine gemeinsame EU-Einlagensicherung gibt. Es gibt den EU-Binnenmarkt, es gibt die Bankenunion. Aber es gibt noch keine gemeinsame Einlagensicherung, wo sozusagen europaweit alle Banken für Einlagen haften, sondern das ist Ländersache. 

Und das heißt, dass es auch Qualitätsunterschiede bei der Einlagensicherung gibt, sowohl wie weit diese Einlagensicherung schon in nationales Recht umgesetzt worden ist, als auch wie viel Geld in solch einem Einlagensicherungstopf drin ist, um dann eben bei einer Bankpleite die Kunden auch zeitnah entschädigen zu können. 

Die Hilfskonstruktion sieht so aus, dass wir uns die Wirtschaftskraft der EU-Länder angucken. Wir nehmen da Deutschland als Vorbild, bei deutschen Banken gelten die Einlagen als sicher.

Dahinter steht im Ernstfall nicht nur eine gut organisierte deutsche Einlagensicherung, sondern die Wirtschaftskraft des deutschen Staates. Und da sagen wir, dass Deutschland sozusagen mit das sicherste Land ist. Wenn man sich das aber EU-weit anschaut, dann gibt es halt Länder, bestes Beispiel Griechenland, die sind eigentlich pleite oder haben große wirtschaftliche Probleme. Und dort ist es nicht sicher, ob wenn eine griechische Bank pleite geht, ob der Einlagensicherungsfonds Griechenlands und vor allem die griechische Wirtschaft dann in der Lage wären, innerhalb so kurzer Zeit alle Kunden die dort Geld angelegt haben, zu entschädigen.

Und unsere Hilfskonstruktionen ist, dass wir uns die Ratings dieser Länder angucken. Die drei führenden Ratingagenturen raten alle EU-Länder. Und Deutschland hat bei allen diesen Ratings ein AAA und wir haben eine Grenze eingeführt, dass wir sagen, Länder die von diesen drei Ratingagenturen mindestens mit Triple oder mindestens mit Double A gerated werden, also sehr gut dastehen, wirtschaftlich gut da stehen, die Länder, deren Banken oder die Einlagen bei deren Banken, halten wir für ähnlich sicher wie in Deutschland. Beispielsweise neben Deutschland sind das Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Österreich und Schweden.

Allerdings gibt es auf der anderen Seite sehr viele kleinere und auch osteuropäische Länder, die diese Kriterien nicht erfüllen. Dazu zählen beispielsweise die baltischen Republiken, aber auch Malta, Bulgarien oder Griechenland. Und Banken aus diesen Ländern, die empfehlen wir nicht, dort Geld anzulegen.

Das heißt, wenn ich wenn ich Kunde bin, sollte ich ein bisschen gucken, wo ist der Sitz der Bank. Und dann müsste ich für mich im Prinzip so abschätzen, ist das Risiko für mich persönlich tragbar mit dieser Bank quasi Geschäftsbeziehungen einzugehen, um das so allgemein zu sagen.

Wir raten den Kunden zu schauen, aus welchem Land kommt diese Bank und dann zu schauen, wie sieht es dort mit der Einlagensicherung aus. Wir haben auf unserer Website alle EU-Länder und ihre Ratings aufgelistet und sagen ganz deutlich, welche Länder wir für unbedenklich halten und wo man ein höheres Risiko eingeht im Falle, dass dort eine Bank pleite geht.