Auf der Kanalinsel Guernsey betreibt die BBC ein Studio eigens für die 62 000 Einwohner des „Bailiwick“, zu dem auch ein paar kleinere Nachbarinseln gehören. 

Moderator John Randall hat es sich im Studio 1 gemütlich gemacht: Sandalen, keine Socken, kurz Hose. Locker führt er durch seine Show.  

Vor sich ein Buch mit Anekdoten. Eine gab es schon im Programm: 1963, am selben Tag, haben die Beatles auf Guernsey gespielt. Musik aus den Sechzigern sind nicht nur heute gut vertreten im Programm: Die Beatles werden gespielt, die Stones, Simon & Garfunkel.

John Randall kündigt „Loads of news“ an; es ist kurz vor 15 Uhr. Nachrichtensprecher Simon Fairclough hat gerade das Studio betreten, setzt sich gegenüber von John Randall an den Tisch, die Zettel mit den Nachrichtentexten in der Hand. Mit einem „BBC Radio Guernsey News at 3 o´clock, I am Simon Fairclough“ startet er mit den Nachrichten: Erst eine Meldung zum „living wage“ auf Guernsey, dann eine zu Hornissennesert. Es geht sehr lokal zu. Anders als einige öffentlich-rechtliche Radios in Deutschland wie der SWR oder der WDR schalten die BBC das Hauptprogramm nicht auseinander, um dann kurze Fensterprogramme aus Regionalstudios mit rein regionalen Informationen zu senden. 

Die BBC macht es umgekehrt: Die mehrstündigen Sendungen aus Studios wie in Guernsey werden vom Hauptprogramm mit internationalen, nationalen und überregionalen Nachrichten beliefert, prässentiert von den Nachrichtensprechern im Lokalstudio. Nachrichten von dort sind dabei der Kern der Berichterstattung, wie die von den asiatischen Hornissen, von den Simon Fairclough erzählt. 

„Two more Asian hornets nests have neen treated in Guernsey today, both in St. Peters. The first is a small nest treated in a hedgehog house next to a nest treated.“

Zwei Nester der Asiatischen Hornisse seien heute ausgehoben worden, beide im Hauptort der Insel, Saint Peter Port. Ein Nest sei aus einem Igelhaus entfernt worden. Weitere Hornissennester seien bereits lokalisiert worden, deren Beseitigung stehe demnächst an, informiert Nachrichtensprecher Simon Fairclough.

Das seien Nachrichten, die die Zuhörer interessierten, sagt Kay Langlois. Sie wird am frühen Abend mit ihrer eigenen Show auf Sendung gehen, jetzt sitzt sie mit ihren Kollegen im Großraumbüro, auf der anderen Seite der Scheiben der Studios.

Techniker, die die Sendung steuern, gibt es nicht mehr, das machen die Moderatoren. Die Studios sind neu, alle werden an der neuen Software geschult, mit der der Ablauf der Sendungen gesteuert wird.

 Wo jeder jeden kennt, sagt Kate, sei es wichtig, immer die möglichen Reaktionen der Hörer zu bedenken, und entsprechend zu formulieren. 

„If I’m driving along in England I wouldn’t know who’s likely to be there. If you say anything in Guernsey giving a location and making you know making it clear where something is happening somebody could be just on their way to work thinking that’s my mother.“

So you’re very careful about identities because you don’t want to shock people hearing things on the radio when they know the people that you’re talking about a lot of people know them.

So you have to be aware of who’s listening what it could do to them if they hear it could they identify what you’re saying because the population is so small and people do tend to talk to each other.“

Das Sendegebiet ist die Insel: Guernsey, 62 000 Einwohner, 25 Quadratkilometer. Dazu kommen die drei kleinen Nachbarn Herm, Sark und Alderney. Sie bilden das „Bailiwick of Guernsey“, übersetzt etwa die „Vogtei Guernsey“. Das ist etwas Besonderes, denn das Gebiet untersteht direkt dem britischen Königshaus, ohne aber Teil der Europäischen Union zu sein. Genauso wie die andere Kanalinsel Jersey, wo die BBC ebenfalls ein eigenes Studio hat und dort für 100 000 Einwohner sendet. Gemeinsam machen sie auch ein kleines Lokalfernsehen. Kay Langlois:

„This is unusual in terms of BBC stations because everything is in one place. So television we have two VJ.s video journalists, working in the television room. There’s the television camera which is broadcast from here via jersey,  the Big Island, . And we have two people over there only one at the moment, working because we have TV, radio and the web site which is the BBC News Web site and we have our own local local life Web site.“

Die Website seit wichtig, sagt Kay Langlois, denn über ihre Handys bekämen Jugendliche die Nachrichten für die Inseln. Dass jüngere Leute den Sender eher selten einschalten, kann durchaus an den Liedern liegen, die gespielt werden – die sind mehr auf 50plus ausgerichtet. Doch auch, wenn viel Musik zu hören ist, versteht sich BBC Guernsey eher als Wortprogramm mit Nachrichten.

„We are a news service, community service,  information, travel. Are the planes flying, have the newspapers landed. You know the national newspapers. Is it raining? Do you have to put your lights on, when you ground because it’s getting dark, you know, for driving? Which roads are closed?“

Weil die Kanalinseln nicht zur EU und nicht zum Vereinten Königreich gehören, gibt einige Besonderheiten: Keine Mehrwertsteuer, eine Steuerobergrenze von 20 Prozent, ein eigenes Gesundheitssystem. Und keine Freizügigkeit, auch wenn es um Briten geht. Wer auf Guerney wohnen und arbeiten will, muss dies beantragen. Kay Langlois ist auf Guernsey aufgewachsen, arbeitet seit langer Zeit für die BBC. Für sie war es kein Problem. Doch für etwa die Hälfte ihrer zwei Dutzend Kollegen war ein Umzug nach Guernsey mit bürokratischem Aufwand verbunden. 

There are people here on licence. They might start on a one year licence and then we say, well actually, we really need people like them, you know,  they say, okay you can have three years. It goes on forever.“

Auf der anderen großen Kanalinsel Jersey hat die BBC ein weiteres Studio und eine ähnliches Programm. Ein paar Stunden in der Woche senden sie gemeinsam. Doch die Inselbewohner unterscheidet zu viel, um das ständig zu machen. Kay Langlois ist da ausgeprägte Lokalpatriotin, schließlich hätten die Bewohner von Guernsey als Wappentier den Esel – und Jersey die Kröte, stichelt sie. 

So yeah we’re definitely donkeys we’re Guernsey donkeys because we’re very stubborn and nobody gets the better of laughs. It’s a trait, I think, You see, Jersey toads, and that doesn’t sound quite as impressive as being a donkey. It’s a donkey because you know what you’re doing your meaningful you’re stubborn and you will always do what is best and nobody gets the better of you. That’s what we say.“