In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 2000 ehemalige Gutshäuser. Einige hundert  wurden aufwendig saniert, um etliche bemühen sich Vereine und Neu-Besitzer, wo andere gescheitert sind. Manchmal sind die Enkel der Altbesitzer wieder da. Viele Häuser zerfallen. Und in einigen lässt sich wunderbar übernachten. 

Es begann zur Zeit der Kreuzzüge. Genauer gesagt, zu Zeiten der Wenden-Kreuzzüge. Die Wenden, das waren die Slawen östlich der Elbe.

Fotografien in Schloss Kummerow.

Fotografien in Schloss Kummerow.

Unchristlich seien sie, befanden die Herrscher des Römischen Reiches Deutscher Nation im 13. Jahrhundert. Den wahren Glauben sollten sie durchs Schwert kennenlernen: Die Ritter des Deutschen Ordens fochten sich durch Ostelbien bis ins Baltikum, bekamen für die Missionierung der dortigen Menschen praktischerweise vom Kaiser daheim in Deutschland die Zusage, das eroberte Land sich als Lehen zu eigen zu machen. Die Untertanen durften es dann wiederum von den zu Gutsherren geworden Rittern pachten. Davon liess sich gut leben.

Neu-Gusshausbesitzer Torsten Kuvert besitzt 2000 Fotografien, die er im Schloss Kummerow ausstellt.

In Mecklenburg waren die meisten Gutsherren tatsächlich selbst auch die Bewirtschafter der umliegenden Ländereien; die Bevölkerung wurde  für die Arbeit entlohnt.

Mehr oder weniger begütert waren sie, mehr oder weniger gut gingen sie mit den Menschen um, auf deren Hilfe sie angewiesen waren.

In der DDR wurden die ehemaligen Ritter enteignet: Junkerland in Bauernhand, hieß es. Aus dem Feldern wurden Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften. Und aus dem ehemaligen Gutshäusern  erst Flüchtlingsunterkünfte, später Waisenhäuser, Seniorenheime, Kulturhäuser der Freien Deutschen Jugend, Kreisleitungen der SED. Und so was.

Schloss Kummerow ist eines dieser Gutshäuser. Ein Berliner Immobilienmakler hat es saniert. Jetzt ist es eine Fotogalerie.


Tudor-Stil: Ein Gutshaus zerfällt.