„Maschine schon sauber“, bellt die brünette Mittzwanzigerin, den Lappen in der Hand. Ich bin zu spät. Sechzehnuhrfünfzehn. Um 16 Uhr war Feierabend. Jetzt wird gerade mal meine Anwesenheit geduldet.

Angekommen waren wir um kurz nach drei. Der Rundgang mit Audioguide dauert eine Stunde, hieß es. Die Kollegen sind noch unterwegs. Ich war schneller, weil ich keinen Quäkbox dabei haben wollte. Geholfen hat’s mir trotzdem nicht. Cappucino gibt’s nicht mehr. Aber Eis, verpackt. Ich nehme Mandel und setze mich vor die Tür, auf die rustikale Holzbank. Ein paar andere Burg-Gäste sind noch da. Sie verzehren Mitgebrachtes. Ein paar Meter weiter, am Kassenhäuschen stelzt ein Muskelprotz mit „Security“ auf dem T-Shirt-Rücken ungeduldig in einem Quadrat von 80 Zentimetern herum. Security Nummer Zwei holt seinen Golf von irgendwo her, wo Touristen nicht hindürfen. Jetzt stehen sie beide neben dem Auto und warten. Es ist Samstag, sie wollen nach Hause.
Zu dumm, dass schönes Wetter ist. Und der Burgkoloss so interessant, auch ohne Audioguide. So schnell sind die Touristen noch nicht fertig…

Weiter geht’s im Mini-Reiseführer „Kosice für Anfänger“. Der erscheint demächst in der [blue spruce edition]. Die weitere Themen des Buches: Ein Interview zur Kulturhauptstadt Europas, eine Weinprobe im Tokajer-Keller und ein Marathon. Dazu Tipps zum Übernachten und zur Anreise.