Die Berliner Charité informiert Ärzte, Pflegepersonal und sonstige Mitarbeiter von Gesundheitseinrichtungen über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Körper und die persönliche Gesundheit von Patienten. Dazu werden Seminare angeboten und Tagungen veranstaltet. Die vom Bundesumweltministerium mit 122 000 Euro geförderte Klimaanpassungschule ist an der Hautklinik der Charité angesiedelt, arbeitet aber interdisziplinär. Ziel ist es, den Teilnehmern der Fortbildungen aufzuzeigen, welchen Gefahren und Risiken mit dem Wetter- und Klimawandel verbunden sind und wie Ärzte darauf reagieren sollten. Die ersten Veranstaltungen sind für November geplant.


Bei den Kursen und Vorträgen der Klimaanpassungsschule geht es zum einen um praktische Entscheidungen in schwierigen Situationen wie extremen Hitzewellen, Überflutungen und starker Luftverschmutzung, aber auch um die eher schleichenden Veränderungen und Auswirkungen des Klimawandels auf den Alltag insbesondere von besonders empfindlichen Menschen wie Säuglingen und Senioren und Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege oder des Herz-Kreislauf-Systems sowie Allergikern. Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Frage, wie Personen mit eingeschränkter sozialer Absicherung betreut werden. Viele von ihnen kämen mit den Auswirkungen von extremeren Wettersituationen nicht zurecht, nicht nur Obdachlose, sagt Professor Karl Christian Bergmann, Leiter der interdisziplinären allergologisch-pneumologischen Ambulanz der Charité: „Es ist offensichtlich, dass viele Menschen nicht heizen oder kühlen, wenn es sein müsste, weil sie Geld sparen wollen.“ Dies könne Auswirkungen auf die Gesundheit der Betroffenen haben.
Nicht vermittelt werden sollen bei der Klimaanpassungsschule dagegen meteorologische Wetter- und Klimakenntnisse und naturwissenschaftliche Zusammenhänge des Klimawandels.