Mach mal mit: BVG landet Videohit: „Is´ mir egal.“

 

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Agentur Jung von Matt haben einen Videohit mit einem eher nervigen Thema gelandet: Schwarzfahren. Der Clip spielt geschickt mit den Großstadtgefühlen der U-Bahn- und Busfahrer: So alles an Eigenarten möglich, nur nicht ohne Ticket zu fahren. Für alles andere gilt: „Is´ mir egal.“

Bildschirmfoto 2015-12-12 um 11.12.02Zwiebel schneiden…

Bildschirmfoto 2015-12-12 um 11.12.05Käse reiben…

Bildschirmfoto 2015-12-12 um 11.11.32Mann mit Pferd…

Bildschirmfoto 2015-12-12 um 11.11.42Oma mit Grufties…

Bildschirmfoto 2015-12-12 um 11.11.08…is´mir egal!

 

 

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Sänger Kazim Akboga ist der BVG-Kontrolleur,

und eigentlich ist er Werbetexter. Den „Is´ mir egal“-Sparrap hatte er vor einem Jahr schon mit einem anderen Text in die Youtube-Welt geschossen. Eher eine Assi-Hymne, wie Boulevardmedien meinten: „Keine Arbeit– is´mir egal, keine Geld – is´mir egal“ oder auch „Dritte Mahnung – is´mir egal“.

Bei Deutschland sucht den Superstar schockierte der Neuköllner Akboga als Undercover-Rapper mit Plüschzebra im Gepäck Gastgeber Dieter Bohlen.

Dabei war der erste „Is´mir egal“-Versuch eher ein Frustwerk: Abgoba war von seinem Arbeitgeber vor die Tür gesetzt worden. Und setzte sich am selben Tag hin, um wohl erst mal sich selbst zu sagen: „is`mir egal.“  13 Millionen Youtube-Clicker stimmten mittlerweile zu. Da sprang die BVG jetzt auf.

Die Verkehrsbetriebe versuchen ja mit dem Slogan „Weil wir dich lieben“ sich an Berliner und Gäste heranzuwanzen.

Das kommt wohl gelegentlich zu Mielke-mäßig rüber („ich liebe euch doch alle!“) und etwas zu betont unbetulich.

Allerdings hat die Twitter-Redaktion der BVG mittlerweile einige spontane Coolness-Punkte gesammelt, wenn es um Antworten auf Beschwerden genervter Kunden gab. Zu voll, zu spät, zu schmutzig – die Nahverkehrsbetriebe sorgen da auch täglich für Anlässe. Dennoch schaffen die BVG-Twitterer es, für Schmunzeln zu sorgen. Dem Piraten-Politiker Christopher Lauer, der ein Bild aus einer völlig verstopften U-Bahn schickte, antwortete die BVG: „Oh weh, das sind ja mehr Leute, als mittlerweile die Piraten wählen.“ Und als ein Fahrgast sich über eine ausgefallene Heizung beschwerte, kam der Tweet zurück: „Wir können gerade nicht, wir machen einen neuen Aufguss.“

Das „egal“- Video ist da nur die Steigerung. Ein „egal“ hat Werbetexter/Rapper Abgoba übrigens mit in die BVG-Antischwarzfahr-Trällerei geschmuggelt: „Roboter mit Senf…“

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„…is´mir egal.“

 

Auf Twitter ist der Hashtag #ismiregal schnell zu einem Catch All geworden: Samstagarbeit, was auch immer: is´mir egal.

Allerdings gibt es dort auch Bemerkungen aus der richtigen Welt:

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Mal schauen, wie die Image-Werbung demnächst in den Bussen und U-Bahnen auf schlagfertige Kunden trifft. Und wie das Personal damit umgeht.

Übrigens: Sooo egal ist der BVG dann doch nicht, was ihre Kunden machen. In Paragraph 4 („Verhalten der Fahrgäste“) und anderen Paragraphen der Beförderungsbedingungen ist das geregelt. Die BVG bietet den Text zum intensiven Lesen auch als Download an. Mit rotem Deckblatt.