Der Journalist Bryan Carmody hält viel von Informantenschutz und hat eine vertrauliche Quelle für einen Bericht für sich behalten – wie dies Journalisten tun, wenn sie brisantes Material erhalten, aber der Informant in Gefahr geriete, würde sein Name bekannt.

Um dennoch an die Identität dieser Person zu kommen, hat die Polizei in einem Vorort von San Francisco das Haus, in dem Bryan Carmody wohnt, gewaltsam gestürmt: Er wurde am 10. Mai morgens von Polizisten mit Vorschlaghammern geweckt, die in sein Haus einzudringen versuchten. Bilder seiner Überwachungskamera hat die LA Times veröffentlicht.

Etwa acht bis zehn Polizisten durchsuchen das Haus des Reporters, der rund fünfeinhalb Stunden in Handschellen gefesselt dabei zusehen musstec. Beschlagnahmt wurden Speichermedien und andere Unterlagen, die der 49-jährige Journalist in seinem Arbeitszimmer aufbewahrte. Den Namen des Informanten habe er nicht verraten, berichtet die LA Times. Es ging offenbar um ein Leck im Behördenapparat, über das Carmody und auch der San Francisco Chronicle Dokumente über den mysteriösen Tod eines bekannten Rechtsanwaltes erhalten hatten. Der 59jährige Anwalt Jeff Adachi war Leiter des Büros der Pflichtverteidiger, einer städtischen Behörde, gewesen. Über den geleakten Polizeibericht hat auch der Fernsehsender KGO-TV berichtet. Nach Angaben des Gerichtsmediziners war Adachi an einer versehentlichen Überdosis von Kokain und Alkohol gestorben.

Carmody arbeitet als freiberuflicher Videojournalist, der örtliche Fernsehstationen unter dem Namen North Bay News beliefert. Da die Polizei seine Ausrüstung im Wert von 30 000 bis 40000 Dollar beschlagnahmt habe und der Journalist keine Einnahmen erzielen könne, haben Kollegen ein Spendenkonto eingerichtet, schreibt die LA Times. Nach Ansicht von Carmody Anwalt habe die Polizei versucht, den Reporter einzuschüchtern.Üblicherweise würden Journalisten in solchen Fällen eine Vorladung erhalten und könnten einen Anwalt zu ihrem juristischen Schutz engagieren.

Update 18.05.: CNN hat jetzt ebenfalls berichtet.