Tipps für eine gute Weihnachtsbaum-Wahl

Der Weihnachtsbaum ist in vielen Haushalten Pflicht. Doch welchen nehmen? Und wie behandeln?

Die Nordmanntanne ist der Klassiker im Wohnzimmer. Sie hat einen schönen Wuchs und hält am längsten. Dafür ist dieser Baum nicht ganz billig. Günstige Bäume stammen aber oft aus Osteuropa und sind mit starken Pestiziden belastet.

Die gute Nachricht lautet: Der heiße Sommer hatte keine Auswirkungen auf die Weihnachtsbaumernte. Zwar sind in der Hitze einige Jungpflanzen eingegangen, doch sie waren noch nicht groß genug, um in diesem Jahr als Christbaum in Frage zu kommen.

„Damit es keine Nachschubprobleme gibt, sind die Lücken bereits wieder aufgepflanzt worden“, sagt Kristof Köhler von der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftskammer (Meschede im Hochsauerland). Aus dieser Region kommt etwa ein Drittel der rund 24 Millionen Bäume, die auch dieses Jahr wieder in Deutschland verkauft werden.

Rotfichte und Blautanne

Die Nordmanntanne wird auch 2010 der eindeutige Spitzenreiter in deutschen Wohnzimmern sein. Der wichtigste Grund dafür: Sie pikst nicht. „Und sie bleibt lange frisch“, ergänzt Köhler. Das Nadelkleid, wie der Fachmann sagt, sitzt zudem wie ein Maßanzug. Es gibt glänzende Farben und dichte Äste. Abgeschlagen auf den Plätzen landen Rotfichte und Blautanne. Sie haben nicht die Qualitäten des „Nordmanns“, sind aber preiswerter.

Für alle Baumsorten gilt: Es wird etwa der Preis des Vorjahrs verlangt. „Der Meter Nordmanntanne aus dem Sauerland wird bei 18 bis 22 Euro liegen“, sagt Meinolf Mütherich (Fachgruppe Weihnachtsbaumproduktion im NRW-Landesverband Gartenbau). Das heißt, ein etwa 180 Zentimeter hoher Weihnachtsbaum fürs Wohnzimmer kostet dann um die 40 Euro.

Bernd Oelkers vom Bundesverband der Weihnachtsbaumproduzenten geht von etwas niedrigeren Preisen aus: „Die Premium-Nordmanntanne wird 35 Euro kosten“, sagt der Forstwirt aus Niedersachsen. Die Blautanne werde bei 22 bis 25 Euro liegen, die Rotfichte bei 15.

Auch hängt der Preis von der Herkunft der Bäume ab. Mit Importbäumen aus Osteuropa können heimische Produzenten kaum konkurrieren. Bei solchen Schnäppchen sollten Verbraucher aber skeptisch sein. Johann Heiermann (Umweltorganisation Nabu) empfiehlt zu fragen, woher die Bäume kommen und im Zweifel lieber den teureren Baum zu nehmen: „Es ist wahrscheinlich, dass die billigen Bäume stark gedüngt und mit Pestiziden behandelt worden sind.“ Das schade dem Boden, und die Rückstände könnten auch ausdünsten und so zu Hautreizungen führen. Auch Rudolf Fenner (Naturschutzorganisation Robin Wood) rät, Bäume aus ökologischem Anbau zu kaufen: „Da tut man was für die Umwelt.“ Allerdings gibt es nicht allzu viele Anbauer ökologischer Weihnachtsbäume, und ihre Zahl ist in den vergangenen Jahren auch kaum gestiegen. „Bevor man sich auf den weiten Weg zu einem solchen Waldbetrieb macht, sollte man sich lieber in der Umgebung umschauen“, sagt Fenner: „Der Weihnachtsbaum der kurzen Wege ist da immer noch besser als der Öko-Baum der langen Anfahrten.“

Öko-Knigge für Bäume

Die Organisation Robin Wood veröffentlicht zu Beginn der Adventszeit auf ihrer Internetseite www.robinwood.de den „Öko-Knigge für den Weihnachtsbaum“. Dort gibt es auch eine Liste der Öko-Anbaubetriebe. Sie bewirtschaften Wälder nach den Regeln des ökologischen Landbaus. Wichtige Kriterien sind dabei der Verzicht auf Kahlschlag, Pestizide, Düngung und Entwässerungsmaßnahmen sowie auf das Pflanzen von Bäumen, die hier nicht heimisch sind.

Ein Weihnachtsbaum im Topf erlebt das nächste Frühjahr, sagen Experten. Aber herrscht draußen noch Schnee und Frost, sollte der Weg hinaus in den Garten nicht abrupt erfolgen, empfiehlt der Zentralverband Gartenbau (Bonn). Wenn eine Tanne lange im Warmen steht, ist nämlich ihre Winterruhe unterbrochen und damit auch ihre Widerstandsfähigkeit gegen Kälte.

Am besten regeneriert sich der Baum nach den Feiertagen an einem hellen, kühlen, aber frostfreien Platz. Wintergarten, helle Garage oder Keller eignen sich. Ausreichende Feuchtigkeit ist wichtig, damit der Baum die Verluste durch trockene Luft und gesteigerte Verdunstung im Warmen ausgleichen kann.

Nach etwa zwei Wochen am kühlen Ort kann der Baum bei einer milden Witterung in den Garten umziehen. Treten dann aber im Februar und März Phasen mit Kahlfrost auf, kann es sinnvoll sein, den Baum mit Tüchern vor der dann schon intensiven Sonneneinstrahlung zu schützen. Sie würde dem Bäumchen viel Feuchtigkeit entziehen, die es über die noch nicht verankerten Wurzeln nicht nachliefern kann.

Fenner ist beim Wiedereinpflanzen skeptisch: „Die meisten Bäume überleben das nicht, weil sie zu schnell in die Kälte kommen und leicht vertrocknen.“

Beinahe so gut wie jene aus ökologischem Anbau sind Bäume vom Förster, die als Abfallprodukt bei der Durchforstung des Mischwaldes anfallen. „Man kann davon ausgehen, dass diese Bäume ohne Pestizide aufgewachsen sind“, sagt Heiermann.

Viel Wasser geben

Ganz gleich, ob man sich für einen Baum mit oder ohne Wurzel entscheidet – er braucht viel Wasser. Und das nicht nur, weil er sonst schnell seine Farbe und seine Nadeln verliert. Wenn die Äste einmal ausgetrocknet sind, brennen sie wie Zunder.