Warum nicht Physik mal in Englisch?

 

Zwei neue EU-Bildungsprogramme, „Sokrates“ und „Leonardo“ sollen für mehr Mobilität bei Schülern, Studierenden, Azubis und jungen Arbeitnehmern sorgen.

„Warum nicht einmal den Physikunterricht In Englisch, den Erdkundeunterricht in Französisch abhalten?“, lautet ein Vorschlag eines Brüsseler Mitarbeiters der Europäischen Union, der damit auf eine Schwachstelle bisheriger Austauschprogramme hinweist: Im Vergleich zu Studierenden hatten Lehrlinge und junge Berufstätige bislang wenig Nutzen von den EU-Angeboten gemacht, für einige Wochen oder Monate Ins Ausland zu gehen.

Die EU-Bildungsprogramme „Leonardo“ und „Sokrates“ sollen nun dafür sorgen, daß künftig mehr lunge Europäer auf Wanderschaft gehen. Der planmäßige Beginn Ist für den Januar kommenden Jahres vorgesehen. Ab dann können Anträge gestellt werden“, sagt Angela Joosten von der Bonner Außenstelle der EUKommission.

Mit „Leonardo“ sollen beispielsweise junge Berufstätige zu Austauschaufenthalten In anderen EULändern bewegt werden. Auszubildende können einen Teil ihrer Lehre — entweder drei bis zwölf Wochen oder drei bis zwölf Monate — mi Ausland verbringen. Gegenseitig sollen dabei die Ausbildungsleistungen von den Lehrherrn anerkannt werden. Gefördert werden sollen auch junge Arbeitnehmer, denen ein Auslandsaufenthalt beim Erlangen einer zusätzlichen Qualifikation hilft. Unterstützt werden sowohl die einzelnen Teilnehmer als auch die beteiligten Betriebe und Unternehmen.

Zu „Leonardo“ gehören weiterhin: Hilfe bei der Planung und Erprobung von Pilotprojekten der beruflichen Bildung, Verbreitung von Lehrmethoden, Austauschmöglichkelten für Führungskräfte, Forschung über berufliche Bildung, Information über gewonnene Daten.

Ein wesentlicher Punkt, der bislang viele von Auslandsaufenthalten abhielt, waren mangelnde Fremdsprachenkenntnisse. „Leonardo“ und „Sokrates“ sollen diese Hürden abbauen. „Sokrates“ kümmert sich dabei nicht nur um Hochschullehrer und Studierende, erstmals werden In einem EU-Austauschprogramm auch Schüler angesprochen. Bezuschußt werden dabei Klassenreisen im Rahmen von Schulprojekten.